- Konsortiumsteilnehmer,
- 1. Reihe / 4. von links - Stefan Mahl, Werksleiter Kalkwerk Harburg
Am 16. April 2026 wurde auf dem Werksgelände der Calcis Warstein GmbH & Co. KG feierlich eine Testanlage zur Abscheidung von CO₂ aus dem Abgas eines Kalkschachtofens in Betrieb genommen.
Die Anlage wird von einem Konsortium aus insgesamt 11 Kalkherstellern, zu denen auch die Märker Kalk GmbH gehört, finanziert. Zur Einweihung waren neben den Mitgliedern des Konsortiums zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und regionalen Behörden anwesend.
Bedeutung von Branntkalk und Herausforderung der CO₂-Abscheidung
Branntkalk ist ein unverzichtbares Produkt in Branchen wie der Stahl-, Chemie- und Baustoffindustrie sowie in zahlreichen Umweltschutzanwendungen. Die Herstellung von Branntkalk erfordert das Erhitzen von Kalkstein auf Temperaturen von über 800°C, wodurch das im Stein gebundene CO₂ zwangsläufig freigesetzt wird. Um zukünftig eine klimaneutrale Produktion zu ermöglichen, muss dieses CO₂ abgeschieden werden. In der Kalkindustrie gibt es dafür bislang keine standardisierte Lösung. Bekannte Verfahren wie die Aminwäsche arbeiten vorwiegend mit Dampf, der bei der Kalkherstellung nicht erzeugt wird. Deshalb besteht Bedarf an der Entwicklung neuer Technologien.
Innovative Pilotanlage und Zielsetzung
Die jetzt gestartete Pilotanlage verfolgt das Ziel, eine Alternative zur herkömmlichen Aminwäsche zu testen, die nur etwa die Hälfte der Energie benötigt. Der Plan sieht vor, die Anlage ein Jahr lang kontinuierlich zu betreiben und anhand der gesammelten Messdaten zu prüfen, ob es möglich ist, mit dem eingesetzten Membranverfahren CO₂ nachhaltig und wirtschaftlich aus dem Abgas zu filtern. Bei einem positiven und belastbaren Ergebnis ist der großtechnische Einsatz dieser Anlagentechnologie vorgesehen.
Weitere Informationen
Ausführlichere Details sind im Dokument „Klimaneutraler Kalk – unsere Roadmap 2045“ des Bundesverbandes der Deutschen Kalkindustrie e.V. zu finden: https://www.kalk.de/co2-roadmap

